Niene lüüchtet d Schtadt so hell …

31
12
2020

Alles hat irgendwann ein Ende – selbst Freundschaftsspiel-Siegesserien oder Pandemien. Heute auch der Adventsbock. Die standesgemässe, 31-tägige Adventszeit endet heute Abend an Silvester endgültig. Zum Abschluss präsentiert der Adventsbock gleich drei Türchen, hinter denen sich selbsterklärend auch drei Geschichten verbergen. Das einmonatige virtuelle Wiedereintauchen ins geliebte Fanleben – mit all seinen Facetten – schliesst mit einem Text-Trio ab, welches das Fansein eines FCL-Supporters ziemlich passend zusammenfasst:

Es ist zwischendurch (ob gewollt oder nicht) durchaus «etwas» asozi… äh unbürgerlich (Zweitäger Baulmes, SBS), dafür aber auch mindestens immer irgendwie heroisch (Velomob, JM) und ganz bestimmt zu jeder Zeit überschwänglich und ausgelassen feierlich (5 Jahre Zone 5, Jake).

Wir wünschen nochmals viel Vergnügen beim Lesen und Mitdiskutieren. Und wir möchten uns an dieser Stelle auch offiziell nochmals bei allen Schreiberlingen bedanken, die mit ihren bebilderten Textergüssen so viel Freude – und zumindest so etwas wie Fanemotionen – zurück in den quasi fussballfreien Alltag gebracht haben.

Die Damen und Herren nahmen uns mit zurück in längst vergessene Rivalitäten (Incubator) und frischten unsere bauernlümmelige Abneigung gegen feudale Sonnenkönige sowie edle Pfadihäuptlinge auf (Chaot). Ausserdem haben sie berührend aufgezeigt, wie wichtig Freunde (Edgar) und Familie (räubertochter) auch im Kreis der FCL-Gemeinde sind.
Sie legten uns nahe, dass der Weg eben doch auch das Ziel sein kann, insbesondere als FCL-Fan. Auch wenn dieser ein langer ist, etwa an die geliebten Europacup-Spiele. Und ganz egal, ob man diesen nun mit dem eigens gecharterten USL-Extraflieger zurücklegt (Kemal), oder man bewusst (Angus) oder unbewusst (Chämi) aufs Fliegen verzichtet:
Sie schilderten in ihren Worten alle unsere Sehnsüchte. Jene nach Stadionbesuchen (Max), den damit verbundenen Extrazugfahrten (DJ von den Schienen aus den Bergen), der unbeschreiblichen Geilheit des Psychotorjubels (Don Pedro), dem Gemeinschaftsgefühl (Rengli). Und sie beschrieben die für vereinzelte scheinbar ebenfalls stark mit dem Fussballfanleben verbundene Sehnsucht nach der Entblössung (BJAZ).

Von ganz grossen, unvergleichlichen Spielen (Tuce), Konzerten (LUzifer) und Nicht-Konkurs-Feiern (Pyrofreak) wurde berichtet. Aber auch von Kicks vor (fast) leeren Rängen, an die sich heute eigentlich keine Sau mehr erinnern muss (Skajunge), will (Maré) oder kann (Frizzel). Wir sind eingetaucht in runde (Sputnik) und schnapszahlige (Glubschi) Geburtstagspartys, sowie in andere feierliche Anlässe, die – ganz LU-Tugend-mässig – auch ohne höheren Grund feuchtfröhlich zelebriert wurden (Jill, RHP), auch wenn dies teilweise gar nicht erlaubt gewesen wäre (Glainus).
Die Adventsbock-Autorinnen und -Autoren nahmen uns diesen Dezember mit in die Welt von Stadionverboten (Quattro) und Adrenalin-Schüben (Sniper), gewährten Einblicke in Choreo-Vorbereitungen für CL7 (Hebi) und (seltenen) Torerfolgsjubeleien von CL7 (genau, verfasst von CL7). Sie berichteten von Spielen, die gar nie stattgefunden haben (Master) und Petars, die plötzlich Peter hiessen (Sigi).
Und – in ganz seltenen Ausnahmefällen (Relevanz und so) – beinhalteten ihre Texte auch Geschichten von sportlichen Erfolgen (Aufsteigerdoc)

Die Open Minded Riot Crew besingt in der schönsten Ballade der Musikgeschichte die Luzerner Allmend respektive die FCL-Fanszene so wunderbar als «die allergröschti Traumfabrik vo dere Schtadt». Lasst uns daher nicht nur in Erinnerung schwelgen, sondern auch weiter träumen. Von genau solchen Erlebnissen, Emotionen und Eindrücken. Denn «niene lüüchtet d Schtadt so hell, ned emou em KKL».

Auch wenn wir heute Abend nicht gemeinsam im Zauberhaus bei der angedachten, rauschenden Around-the-World-Sause auf das neue Jahr anstossen können und die Leuchtenstadt heuer zum Jahreswechsel nicht ganz so wie an anderen Silvestern zum selbstdarstellerischen Schauplatz endloser (staatlich bewilligter) Pyrochaotendeppen wird, wünschen wir euch allen, die ihr Blauweiss in eurem Herzen tragt, trotzdem oder gerade deswegen einen guten Rutsch und ein – hoffentlich – wieder farbenfroheres und möglichst hell erleuchtetes 2021.

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