Schloss met dene Aspelziite? Es Schloss bi dene Aspelziite!

06
03
2019

Das wichtigste Spiel der bisherigen Saison wird wochentags um 18 Uhr angepfiffen. Ob für Gäste- oder Heimfans: Dies ist ein Skandal. Zum wiederholten Male wird das Versagen von Club und Liga auf dem Buckel der Fans ausgetragen. Es reicht! Wir sagen nicht nur «schloss» damit, wir sorgen auch mit einem «Schloss» dafür.

Cup-Viertelfinal. Das Highlight der aktuellen Spielzeit. Doch anstatt Vorfreude und Spannung aufzubauen, wurde im Vorfeld der Affiche vor allem eins veranstaltet: Ein unsägliches Theater. Weil die Luzerner Behörden bzw. Polizei keine Lust hatten, das Spiel am vorgesehenen Datum stattfinden zu lassen, wurde zunächst ein Heimrecht-Abtausch vereinbart. Nur weil YB europäisch nicht ganz so gut abschnitt, wie es ihm der FCL offiziell wünschte, konnte man immerhin dieser Sauerei aus dem Weg gehen. Die Alternative ist allerdings nur bedingt besser: Das Spiel wurde – ohne Einwände der Vereine -  werktags auf 18 Uhr angesetzt. 

Ein Affront gegenüber jedem einzelnen Stadionbesucher. Auf 18 Uhr schafft es niemand, der nicht unmittelbar in Stadtnähe arbeitet (und direkt vom Büro oder der Baustelle anreist), rechtzeitig ins Stadion, ohne dass er früher Feierabend machen muss, die Abholung der Kinder umorganisiert oder die Grippe vortäuscht. Feierabendverkehr? Who cares! Das vorfreudige Bier, die Diskussionen in der Beiz oder vor dem Stadion? Fehlanzeige! Von den Gästefans aus Bern wollen wir dabei erst gar nicht sprechen. 

Und wozu das Ganze? Damit das Schweizer Staatsfernsehen unseren Cup-Viertelfinal als «Vorspiel» für den «grossen Champions League-Live-Abend» laufen lassen kann. Und auch bei einer Verlängerung der Verlängerung und einem halbstündigen Penaltyschiessen noch rechtzeitig auf 21 Uhr zum Start des Hauptprogramms nach Paris geschaltet werden kann, wo zwei der reichsten und abgehobensten Fussballunternehmen der Welt gegeneinander antreten. Wow!

Klar, keiner findet es gut, dass das so ist. Weder die Liga, noch die Clubs und schon gar nicht der FCL. Aber die Verträge und «Partner»-Vereinbarungen sind «halt so». Schuld am Schlamassel sind immer «die anderen». Für die Clubs die Liga, für die Liga die Uefa. Niemand will Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Leute, wer geht alle diese Knebelverträge ein? Wer? Ihr! Hört endlich auf, die Schuld an andere, höhere Stellen und Gremien weiter zu delegieren. Ihr habt es selber in der Hand!

Für wen wollt ihr den Fussball eigentlich? Für jene Fans, die euch Heimspiel für Heimspiel die Treue halten? Oder für jene TV-Zuschauer, welche zu Hause auf ihren Sofas noch eine Überbrückungsbeschäftigung bis zum Beginn des CL-Spiels suchen?

Auch unser FCL scheint sich diesbezüglich nicht ganz klar zu sein. Beim Verein läuten aufgrund des besorgniserregenden Zuschauerschwunds zwar die Alarmglocken, er akzeptiert aber widerstandslos Anspielzeiten, welche genau diesen zusätzlich befeuern. Zum wiederholten Male zeigt sich: Wenn es darauf an kommt, zieht der FCL den Schwanz ein! In der vielbeschworenen Vision 2021 proklamiert der FCL selbstbewusst: «Wir haben den Mut zur eigenen Meinung.» Wie wahnsinnig mutig es ist, wenn man diese immer nur für sich behält und nie öffentlich dafür einsteht, kann sich allerdings jeder selber denken. 

Im Gegensatz zu euch, stehen wir für unsere Werte und Ideale ein – auch wenn nicht immer so, wie ihr euch das wünscht. Zum Abschluss der Fasnacht nehmen wir uns daher die Narrenfreiheit heraus, dass die Partie heute doch etwas später startet, als dies das unverständliche UEFA-Diktat vorsah. Damit alle, oder zumindest mehr, Stadionbesucher rechtzeitig zum Spielbeginn anwesend sein können. 

Genauso, wie zu einem Fussballspiel zwei (bespielbare) Tore benötigt werden, gehören nämlich auch die Fans dazu. «Schlossäntli» sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein. Könnte man meinen… Der Schlüssel – im wahrsten Sinne des Wortes – zur Lösung vieler Probleme ist es, zumindest die offensichtlichsten und simpelsten Fananliegen endlich ernst zu nehmen. Wir reichen ihn euch ein weiteres Mal.

Unsere Forderungen bleiben die gleichen:
    • Fangerechte Anspielzeiten (keine Rücksicht auf TV-Zuschauer)
    • Rechtzeitige Kommunikation der Spielansetzungen (max. halb- anstatt vierteljährlich)
    • Stärkung des Cupgedanken (Reduktion der Auflagen-Flut für Amateure, Cuppartien am Wochenende, Cupfinal im Wankdorf)
    • Reduktion der Liga-Lizenzvorschriften (insbesondere bzgl. Stadioninfrastruktur)
    • Bezahlbare bzw. günstigere Eintrittstickets für alle
    • Anständige Behandlung (auch) von Gästefans
    • Stadionmängel beheben (Treffpunkt, Catering u.v.m.)

Und vor allem:
    • FCL, steh endlich für deine Ansichten ein!

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