USL streben Gespräch an

21
12
2006
Vor wenigen Tagen hat der FC Luzern 15 Stadionverbote ausgesprochen. Die United Supporters Luzern sind besorgt über diese Entwicklung. Zum einen wurden einige dieser Stadionverbote für vergleichsweise harmlose Vergehen ausgesprochen, zum andern befremdet die Art und Weise, wie die Stadionverbote von Vereinsseite in der Öffentlichkeit kommuniziert und begründet wurden.

Die USL halten fest, dass Stadionverbote keine Wunderwaffe im Kampf gegen die Gewalt rund um Fussballspiele sind. Ihre Wirkung kann sich sogar ins Gegenteil verkehren, weil Probleme lediglich vom Stadion auf die Strasse verlagert werden.

Mit der Änderung des Bundesgesetzes zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS), die per 1. Januar 2007 in Kraft treten wird, zieht ein Stadionverbot automatisch einen Eintrag in eine nationale Staatsschutzdatenbank (die so genannte Hooligan-Datenbank HOOGAN) mit sich. Wer einmal in dieser Datenbank eingetragen ist, muss mit massiven Einschränkungen seiner Freiheitsrechte rechnen. Rayonverbote, Meldeauflagen, Ausreisebeschränkungen und sogar Polizeigewahrsam können die Folgen sein.

Umso wichtiger scheint es den USL, dass beim Aussprechen von Stadionverboten umsichtig, fair und verantwortungsbewusst vorgegangen wird. Im Augenblick scheint das entgegen der Beteuerungen von Vereinsseite nicht immer der Fall zu sein. Wer im Überschwang der Gefühle im Stadion einen Bierbecher wirft, gefährdet nicht die innere Sicherheit der Schweiz und hat dementsprechend in einer Staatsschutzdatenbank nichts verloren.

Um die Wogen zu glätten und das gegenseitige Vertrauen wieder zu stärken, streben die USL so rasch wie möglich den Dialog mit der FCL-Vereinsleitung an. Die USL hoffen, dass sich die Club-Verantwortlichen offen für ein partnerschaftliches Gespräch zeigen, bei welchem gemeinsam nach konstruktiven Lösungen gesucht werden kann.
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