Zum Start in die Corona-Saison 20/21

13
09
2020

Heute Sonntag fängt für den FCL mit dem Cup-Spiel gegen den FC Thun die neue Saison an. Es ist ein Spiel, das für viele Fans nicht mehr als eine Randnotiz ist. Verrückt und jammerschade zugleich. Die Covid-19-Einschränkungen dürften dafür sorgen, dass sich auch in absehbarer Zeit leider wenig daran ändern wird – FCL-Spiele werden keine Eckpfeiler im eigenen Kalender sein. In der neuen Spielzeit wird sehr vieles anders sein als wir es uns gewohnt sind – und zwar grundlegend.

Neue Realität

Der Besuch von Auswärtsspielen bleibt bis auf Weiteres Wunschdenken und die Heimspiele sind mit etlichen Auflagen verbunden. Maskenpflicht, personalisierte Billette, fix zugewiesene Sitzplätze, Abstandsregeln und allenfalls gar ein Alkoholverbot sind Auflagen, die dem Fussball, den wir lieben und schätzen, den ganzen Zauber nehmen. Obwohl wir nachvollziehen können, dass diese Auflagen für einen sogenannten Grossanlass angesichts der aktuellen Lage ihre Berechtigung haben, lassen sich diese in keinster Weise mit unserem Verständnis von Fussball- und Stadionerlebnis vereinbaren. Sie hindern uns einschneidend daran, unsere Emotionen und Leidenschaft im und ums Stadion so auszuleben, wie wir uns das vorstellen. Das gemeinsame Bier vor dem Match, das Treffen von Freunden auf der Tribüne, das Anpeitschen der Mannschaft auf engstem Raum auf den Stehplätzen und vor allem das freie, spontane und keinen Gesetzen folgende Bejubeln eines Tores für Blauweiss, wenn sich wildfremde Leute in den Armen liegen, sind unter solchen Voraussetzungen komplett undenkbar. Die Corona-Fussballrealität droht steril und emotionslos zu werden. Deshalb können und werden wir als Kurve – wie schon zum Ende der abgelaufenen Saison – die FCL-Spiele weiterhin nicht in organisierter und vereinter Form besuchen, wie es vor Corona der Fall war. Darüber herrscht unter den USL-Mitgliedern ein breit abgestützter und ausdiskutierter Konsens.

Zukunft Grossaktionäre

Hinzu kommt die unveränderte Sorge um die Zukunft des FC Luzern: Nach wie vor ist nicht abzusehen, wie die Eigentümerstruktur unseres FCL in Zukunft aussehen wird. Zwar haben unsere öffentlichen Stellungnahmen vom Juni und Juli Einiges in Gang gesetzt:

  • Wir haben sämtliche FCL-Grossaktionäre kontaktiert und um ein klärendes Gespräch gebeten. Mit zwei Grossaktionären konnten wir in der Folge längere Gespräche führen, die übrigen haben sich per E-Mail gemeldet. Der Austausch verlief jeweils offen und respektvoll, auch wurden erste Gedanken gesponnen, die es sich weiterzuverfolgen lohnt. Auf die in unseren Statements gestellten Fragen fehlen jedoch seitens des Aktionariats nach wie vor viele Antworten. Da Diskretion vereinbart wurde, können wir keine Details zum Verlauf der Gespräche veröffentlichen.
  • Die Grossaktionäre Marco Sieber, Samih Sawiris und Hans Schmid haben öffentlich erklärt, ihre Aktienpakete (total 34,1 Prozent) verkaufen zu wollen.
  • Die Grossaktionäre Bernhard Alpstäg (52 Prozent) und Josef Bieri (10 Prozent) haben erklärt, dass sie dem FCL vorderhand die Stange halten werden.
  • Wir haben offene und sehr fruchtbare Gespräche mit anderen Fanorganisationen, FCL-Donatoren und -Sponsoren geführt und konnten feststellen, dass die jeweilige Vorstellung, wie ein funktionierender Fussballklub aussehen sollte, in sehr vielen Punkten deckungsgleich ist. Dies macht Hoffnung, entsprechend werden wir den Austausch weiterhin pflegen und vertiefen.

Unser Gesamteindruck hat sich verfestigt: Es bleibt völlig unklar, wem die Grossaktionäre das zum Verkauf stehende Aktienpaket veräussern wollen. Nicht einmal die Kriterien für das Profil neuer Grossaktionäre sind bekannt. Informationen aus FCL-nahen Quellen lassen darauf schliessen, dass die zum Verkauf stehenden FCL-Aktienpakete weiterhin auch international feilgeboten werden. Ein Szenario wie bei GC, Lausanne, Thun oder vielen anderen kleineren Mannschaften in ganz Europa ist damit nach wie vor nicht vom Tisch. Um das FCL-Umfeld nicht weiter zu verunsichern, tut eine transparente Kommunikation seitens der Grossaktionäre dringend Not. Wir sind daher gespannt, welche Informationen Ende September folgen werden.

Saisonkarten-Kauf

Die bis dahin bestehende Ungewissheit lässt uns unverändert daran festhalten, dass wir mit dem Kauf von Saisonkarten weiterhin zuwarten werden. Das heisst weder, dass wir die Corona-Auflagen aktuell bekämpfen, noch dass wir als Einzelpersonen den Spielen fernbleiben werden. Wie alle anderen Fans auch, wird jede und jeder von Spiel zu Spiel entscheiden, ob die Lust auf einen Stadionbesuch unter diesen Bedingungen vorhanden ist.

USL-Mitgliedschaften

Jeweils zu Saisonbeginn wird normalerweise der Abschluss der neuen USL-Mitgliedschaft fällig. Aktuell kann man aus den bekannten Gründen jedoch nicht von einer normalen Situation sprechen. Deshalb sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund, warum unsere Mitglieder einen vollen Mitgliederbeitrag zahlen sollen, solange unsere Kernaktivitäten im Stadion nicht oder nur sehr reduziert ausgeübt werden können. Wir haben daher entschieden, sämtliche Mitgliedschaften der Saison 2019/2020 für die neue Saison 2020/2021 zu verlängern und allen Mitgliedern den neuen Saisonbeitrag vollumfänglich zu erlassen.

Weiterhin da "für den FCL und seine Fans"

Emmer wiiter kämpfe!

Auch wenn es nicht wie gewohnt im Stadion möglich ist, werden wir trotzdem aktiv sein und bleiben. Wir verfolgen die leidenschaftlichen Einsätze unserer Jungs weiterhin mit viel Freude – und stehen ihnen bei, wenn es schlecht läuft.

Wir sind weiterhin präsent, sei es in der Zone 5 oder an Spielen von anderen FCL-Auswahlen wie den U-Mannschaften oder der Frauenmannschaft.

Trauer um Paul Wolfisberg

Abschiedschoreo Paul Wolfisberg

Ende August hat die FCL-Familie einen grossen Verlust hinnehmen müssen: Wir trauern um Paul Wolfisberg, einer ganz grossen FCL-Persönlichkeit, die kürzlich von uns gegangen ist. Paul hat als Captain mit dem Cup 1960 die erste Trophäe der Vereinsgeschichte in die Höhe gestemmt und den FCL 1979 als Trainer in die NLA geführt. Leider konnten wir dem "Wolf" aufgrund der Gegebenheiten nur mit einer improvisierten Würdigung an der Stadionfassade die letzte Ehre erwiesen. Vielen Dank für alles, was Du für unseren FCL geleistet hast, Paul. Ruhe in Frieden.

Alternativen zum Matchtag

Verschiedene Aktivitäten und Alternativprogramme zum gewöhnlichen Matchtag sind bereits angedacht und in Vorbereitung. Das Fanleben, das in den vergangenen Monaten quasi inexistent war, wird – in anderer Form als gewohnt – wieder mit Abstrichen möglich sein. Haltet die Ohren steif und kommt an die Anlässe. Wir halten euch auf dem Laufenden und informieren zukünftig wieder regelmässiger über Möglichkeiten, sich zu treffen.

USL-Kommunikation

In den nächsten Monaten kommen nicht nur auf die Fussballvereine viele weitere Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen zu, sondern auch auf uns Fans. Zuletzt haben diese Herausforderungen (insbesondere der Wegfall der Spieltage, der erschwerte Austausch untereinander, etc.) auch uns als USL nicht ganz so schlagkräftig in Erscheinung treten lassen, wie wir dies von uns selber erwarten. Verschiedene Themen konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht ganz so zeitnah bearbeitet werden, wie wir uns das erhofft haben. Und kommunikationstechnisch konnten wir uns den neuen Gegebenheiten nicht schnell genug anpassen. Wichtige Fragen seitens unserer Mitglieder und Sympathisanten blieben zu lange unbeantwortet.

Wir hoffen, mit der vorliegenden Information einen ersten Schritt zur Behebung dieses Informationsdefizits gemacht und die grundlegenden aktuellen Fragen beantwortet zu haben. Die Zeiten sind aussergewöhnlich. Packen wir sie gemeinsam an. Vieles wird anders sein als sonst, was aber auch eine Chance sein kann. Und irgendwann stehen wir wieder gemeinsam in der Kurve, schreien unser Team zum Siegestor und liegen uns bierüberströmt in den Armen.

Zurück