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Im vergangenen Oktober hat die USL mit dem Stelzblog das undurchsichtige Konstrukt der FCL-Holding durchleuchtet und erstmals für etwas Licht im Dunkel der Macht- und Geldspielchen der FCL-Grossaktionäre gesorgt. Während die Klubbesitzer seit fast eineinhalb Jahren hinter verschlossenen Türen über Aktienpakete streiten, haben wir eine offene Diskussion lanciert – mit dem erklärten Ziel, die ganze FCL-Familie daran teilhaben zu lassen. FCL FÖR ALLI!

"Wem ghört de FCL?" – Mit dieser Frage haben sich über die vergangenen Wochen und Monate hunderte FCL-Fans auseinandergesetzt. Uns haben dutzende Reaktionen auf all unseren Kanälen, im FCL-Forum und im direkten Gespräch erreicht. Rund 1'000 Personen haben Zeit investiert und an der Online-Fanumfrage teilgenommen. Wir nehmen den Start ins neue Fussballjahr zum Anlass, euch die Resultate vorzustellen und uns für die zahlreichen Rückmeldungen, eure Visionen, Stammtischschwärmereien, Forums-Romane, Hassmails und die zahlreichen guten Ratschläge zu bedanken. Merci, dass ihr euch über die Zukunft des FCL Gedanken macht!


Auf Grundlage eurer Antworten wird sich die USL für die folgenden drei Ziele einsetzen:
 

Fussballverein, nicht Fussballaktiengesellschaft: Der FCL muss demokratischer werden!

Wer zahlt, befiehlt? Nicht bei unserem Fussballverein! Die FCL-Fans sind sich einig, dass der FCL kein Unternehmen ist, bei dem der Meistbietende jederzeit machen kann, was er will. Tausende Menschen setzen sich mit ihrer Freizeit und ihrem Portemonnaie für den FCL ein. Die wenigsten erhalten dafür Marketingpräsenz, Interviewtermine oder Transferanteile. Fans, Kleinaktionär*Innen, Mitarbeiter*Innen und Sponsor*Innen unterstützen den FCL auf die ihnen mögliche Weise. Viele davon tun dies mit einem finanziellen und zeitlichen Engagement, das die Unterstützung der VR-Multimillionäre verhältnismässig um ein Vielfaches übersteigen dürfte. Ohne diese Unterstützung ist der FCL nicht lebensfähig. In euren Rückmeldungen zeigt sich, dass der FCL mehr sein sollte als eine Aktiengesellschaft. Die Umfrageteilnehmenden respektieren die Mitbestimmung der Grossaktionäre, aber die überwältigende Mehrheit der FCL-Fans verlangt ein stärkeres Mitspracherecht für die Anhängerschaft, demokratischere Entscheide im Sinne des Vereinsgedankens und eine Stärkung der Kleinaktionäre in den zentralen Organen der FC Luzern-Innerschweiz AG.
 

Kein Verkauf an Personen ohne Bezug zur Region Luzern!

Derzeit erleben wir, wie zahlreiche Klubs in der Schweiz und in Europa von finanzstarken Investmentgesellschaften, Oligarchen oder Öl-Milliardären zu internationalen Fussballkonzernen zusammengekauft werden. Unmittelbare Beispiele aus Zürich, Lausanne, Thun oder sogar Lustenau im grenznahen Vorarlberg zeigen, dass auch der FCL jederzeit zum Juniorpartner einer durchschnittlichen Ligue-1- oder Premier League-Truppe mutieren kann. Das bedeutet Spielergeschacher zwischen den "Partnerklubs", Optimierung von Transfererlösen auf Kosten der Einsatzzeit von lokalen Talenten und einen endgültigen Deckel auf die sportlichen Ambitionen des FCL. Mehr als zwei Drittel der FCL-Fans lehnen ein solches Modell denn auch kategorisch ab. Realität ist leider, dass zwischen der Gegenwart und diesem Schreckensszenario nur eine Person steht: FCL-Mehrheitsbesitzer Bernhard Alpstäeg. Wir nehmen ihn gerne beim kürzlich öffentlich zitierten Wort, dass ein Verkauf an Investoren ohne Bezug zur Region Luzern vom Tisch ist! Das Schicksal des FCL – eines Vereins, der so vielen Menschen etwas bedeutet – darf nicht einfach am seidenen Faden einer Einzelperson hängen. Auch deshalb gilt: Der FCL muss demokratischer werden!
 

Vereinfachung der FCL-Struktur und endlich Transparenz!

Seit 2011 sitzen die heutigen Grossaktionäre am Ruder des FCL. Sie haben den Klub über die letzten 10 Jahre mutmasslich mit Geld, vor allem aber mit Schlagzeilen versorgt. Trotz angeblicher Deckung von Millionendefiziten fällt das Fazit dieses Engagements ernüchternd aus: 4 von 5 FCL-Fans kommen zum Schluss, dass die derzeitige Investorengilde beim FCL mehr Schaden angerichtet als Nutzen gebracht hat. Während in gewohnter Intransparenz hinter verschlossenen Türen um Aktienanteile am FCL gefeilscht wird, als ob es sich dabei um Gebrauchtware auf dem Trödelmarkt handelt, ist das Vertrauen in das aktuelle Holding-Konstrukt und ihre Repräsentanten am Boden. Von den aktuellen Grossaktionären geniesst einzig Josef Bieri ein Mindestmass an Vertrauen. Bernhard Alpstäeg und Marco Sieber hingegen trauen die FCL-Fans nicht über den Weg. Die USL sieht sich auch in diesem Punkt in ihrer Forderung bestärkt, dass Transparenz in die Besitzverhältnisse des FCL gebracht werden muss. Das anhaltende Geplänkel im Verwaltungsrat zeigt exemplarisch: Es braucht eine Reform der FCL-Strukturen und endlich Klarheit rund um die Zukunft des Klubs.
 

Wie geht es weiter?

Wir nehmen die Eindrücke aus der Umfrage und dem Dialog mit allen FCL-Fans als Ansporn, um jetzt konkret zu werden. Wir werden an verschiedenen Fronten (weiterhin) aktiv das Gespräch mit allen wichtigen Teilen der FCL-Familie suchen – und fortan explizite Forderungen stellen. Das geschieht aufgrund der Covid-Einschränkungen vorerst – wie bislang – im bilateralen Austausch. Soweit es die Bedingungen der Pandemie erlauben, wollen wir aber auch die bereits angekündigten zusätzlichen Foren schaffen, wo sich wieder alle Interessierten einbringen können. Wir halten euch weiterhin auf dem Laufenden.

Zusammen wollen wir aus dem FCL einen Fussballverein mit demokratischem Grundgedanken machen, an dem sich alle beteiligen können, die ein blau-weisses Herz haben.

USL – För de FCL ond sini Fans
 

Umfrageergebnisse

Auf der Stelzblog-Seite können sämtliche Umfrageresultate inklusive kurzem Kommentar zu jeder Ergebnis-Grafik eingesehen werden. Ausserdem können die kompletten Umfragedaten als Excel-Datei heruntergeladen werden.

Die besinnliche Advents(bock)zeit ist vorbei. Ein neues (Fussball-)Jahr ist angebrochen. Und auch wenn der Ball aktuell noch mehr ruht als sowieso schon, wird das Jahr 2021 ein ganz entscheidendes für die Zukunft des FC Luzern – mitnichten nur aufgrund der weiterhin anhaltenden (Zuschauer-)Beschränkungen, sondern insbesondere auch in Bezug darauf, wem der FCL «gehört» – und wer (mit-)entscheiden soll, in was für eine Zukunft der FCL steuern wird.

Am 30. September 2020 vermeldeten die zerstrittenen Investoren, welche 97 Prozent der Club-Anteile kontrollieren, nach einer fast einjährigen Bedenkzeit, dass sie zusätzliche «Wochen» benötigen, um ihre Lösung für die Zukunft des Vereins vermelden zu können. 15 Wochen der Funkstille sind seither vergangen. Ob wir von den sechs Herren in absehbarer Zeit noch etwas hören? Wer weiss. Die Meinung der Investoren ist zweifelsfrei wichtig. Aber sie ist nur eine von vielen, die in die effektive Entscheidung, wie es mit dem FCL weitergehen soll, einzufliessen hat.

Genauso wichtig sind auch die Ansichten und Meinungen derjenigen, die den FCL ebenfalls «am Leben halten»: seiner Fans, Mitarbeitenden, Gönner*Innen, Sponsor*Innen, Sympathisant*Innen. Ein Fussballclub besteht aus verschiedenen Puzzleteilen, jedes trägt seinen Teil zum Erfolg bei. Das finanzielle Engagement der Holding-Aktionäre ist dabei genau so wichtig dafür, dass der FCL weiterhin Freude bereiten kann wie der Einsatz, Fleiss und die Unterstützung auf den Rängen, in den Donatorenboxen, auf der Geschäftsstelle und auf dem Rasen.

Im Oktober konnten sich dank dem Stelzblog und der Fanumfrage erstmals breitere Kreise zur Zukunft des FCL zu Wort melden. Rund 1‘000 Interessierte haben diese Möglichkeit genutzt. Wem soll der FCL gehören? Wer soll beim FCL (mit-)entscheiden? Wohin soll der Weg des Clubs führen? Auf diese Fragen haben die Fans im Spätherbst (klare) Antworten gegeben.

In den nächsten zwei Tagen präsentieren wir euch vorab die zentralen Resultate der Fanbefragung. Am Freitag folgt dann die Auswertung der kompletten Umfrage inklusive den daraus resultierenden Schlussfolgerungen.

Die Resultate der Fanumfrage respektive die Stimmungslage unter den teilnehmenden FCL-Sympathisant*Innen soll zum Start ins neue Fussballjahr aufzeigen, was für eine Zukunft sich die Fans wünschen. Wo sie Handlungsbedarf sehen. Was sie wollen. Damit der FCL endlich wieder zum Club von allen wird. «Weiter wie bisher» ist keine Option. Es ist allerhöchste Zeit, die Weichen neu zu stellen: in eine gemeinsame, breit abgestützte Zukunft!

FCL för ALLI!