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Liebe Fans, Sponsoren, Donatoren, Aktionäre, Mitarbeitende, Spieler, Staff und Sympathisanten

In den vergangenen zwei Wochen seit unserem Aufruf «Keine neue Saisonkarte ohne klare Verhältnisse» sind medial, auf den gängigen sozialen Plattformen und Foren sowie in persönlichen Gesprächen viele interessante Feedbacks eingegangen. Kontrovers diskutiert wird der gewählte Weg und Zeitpunkt, der dem Thema die nötige Relevanz verschaffen hat. Beim Thema an sich zeichnet sich ein breiter Konsens ab, der im Grundsatz von Fans über Sponsoren bis zu Donatoren, FCL-Mitarbeitenden und gar Medienschaffenden die allermeisten mittragen: Der FCL soll ein eigenständiger Innerschweizer Fussballclub bleiben.

Die aktuellen Monate sind entscheidend für die Zukunft unseres Vereins. Dabei geht es mitnichten nur um die Bewältigung der Corona-Krise. Es geht darum, jetzt die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Der FCL soll nicht einfach bloss überleben, sondern sich endlich aus den Blockaden und der Unruhe der vergangenen Jahre befreien können.

Daher gilt es jetzt jene Fragen anzugehen und breit zu diskutieren, die unseren Verein seit Jahren lähmen: Wem soll der FCL gehören? Wer soll über ihn bestimmen? Ist es richtig, dass sechs Männer mit dem nötigen finanziellen Polster in Eigenregie und unter Ausschluss der gesamten sonstigen FCL-Familie darüber entscheiden können, an wen unser FCL verkauft wird? Ist es sinnvoll, dass sechs Personen über die Zukunft des Vereins bestimmen, ohne dass das Gremium über unabhängige Vertreter/innen verfügt, die im Kerngeschäft des Clubs, dem Sport, über spezielle Kompetenzen verfügen? Ist es korrekt, dass das Fundament des Clubs, die Fans, bei solchen zentralen Fragen weder mitbestimmen noch nicht einmal mitdiskutieren dürfen? Dass weitere wichtige und treue Vereinsstützen, wie Donatoren, Partner und Mitarbeitende keine Möglichkeit haben, ihre Meinung direkt in die Entscheidung einfliessen zu lassen? Sollte der FCL nicht einfacher strukturiert sein, ohne komplizierte und intransparente Holding? Sollte der Club, der viel davon hält, die gesamte FCL-Familie zu repräsentieren, nicht auch die gesamte FCL-Familie mitbestimmen lassen, was für eine Zukunft man sich wünscht?

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um genau diese Fragen breit zu diskutieren. Damit vor dem anstehenden (Teil-)Verkauf des Clubs geklärt ist, wohin sich unser Verein bewegen soll, neue Grossaktionäre wissen, wohin der Weg geht, auf wen und was sie sich einlassen. Und damit Personen oder Institutionen, die sich diesen Werten nicht verbunden fühlen, gar nicht erst auf die Idee kommen, FCL-Aktien zu erwerben.

Hinter den Kulissen wurden und werden diesbezüglich bereits viele bilaterale Gespräche geführt. In den nächsten Wochen und Monaten wird es aber auch verschiedene Möglichkeiten und Anlässe geben, damit sich jeder einzelne Fan an den Diskussionen beteiligen kann. Einladungen und Infos folgen. Nutzt diese Plattformen, besucht sie, stellt Fragen. Bildet euch eure eigene Meinung. Diskutiert untereinander, in den sozialen Medien und Foren.

Wir alle, vom Allesfahrer bis zum gelegentlichen Matchbesucher, vom Haupt- bis Kleinstsponsor, vom finanzstarken Gross- bis zum idealistischen Kleinaktionär, vom Trainer bis zum Auswechselspieler, vom Haustechniker bis zur Shop-Mitarbeiterin, vom langjährigen Donator bis zum prominenten FCL-Beirat bilden zusammen den FC Luzern. Wir haben nicht alle dieselben Ideale und Ideen, was gut oder schlecht ist für unseren Verein. Doch jeder von uns kann von sich behaupten, diesen Club zu lieben und für ihn nur das Beste zu wollen. Daher sollte auch jeder, der sich mit dem Club verbunden fühlt, zumindest die Möglichkeit haben, seine Meinung zu diesem elementaren Zukunftsentscheid zu bilden und einfliessen zu lassen.

Wegen dem Lockdown und den Geisterspielen ist in den letzten Monaten ein wichtiges Thema in den Hintergrund geraten, welches uns FCL-Fans schon seit seiner unrühmlichen Entstehung auf der Zunge brennt: Wer wird nach dem Sandkasten-Streit der FCL-Grossaktionäre die Nachfolge als Besitzer unseres geliebten Fussballclubs antreten? Wer bleibt an Bord, wer übernimmt das Ruder, wer stösst neu dazu? Was ist der Bezug der neuen Investoren zur Stadt, zur Region und vor allem zum FCL selber? Wie sehen die Zukunftspläne aus? Oder verzögert sich die Lösung, geht der Knatsch gar in die nächste Runde? Die von den Grossaktionären versprochene Lösung lässt weiter auf sich warten. Solange wir von ihnen keine Antworten auf diese Fragen erhalten, können wir für die kommende Saison 2020/2021 keine Saisonkarte kaufen. Wir empfehlen allen FCL-Fans und -Sponsoren, es uns gleichzutun und sich nicht die Katze im Sack andrehen zu lassen.

In Gesprächen, die wir im Anschluss an unsere Stellungnahme «Geschlossene Stadien und offene Fragen» mit der FCL-Geschäftsleitung geführt haben, konnten unsere Fragen zu einem möglichen - und in den vergangenen Wochen wiederholt ins Spiel gebrachten - Verkauf des Clubs ins Ausland nicht beantwortet werden. Konkret wurde die FCL-Führung einzig folgendermassen: «Wir können derzeit nichts ausschliessen». Eine Aussage, die das Risiko, dass der FCL an irgendwelche Oligarchen, Scheichs oder Finanzhaie verscherbelt wird, alles andere als entkräftet.

Die Verunsicherung unter Fans und Sponsoren ist riesig. Zu viele Beispiele aus der Vergangenheit belegen, was passiert, wenn sich Schweizer Fussballclubs von dahergelaufenen Schönrednern verführen lassen:

  • Servette fiel dem Grössenwahn von Marc Roger zum Opfer.
  • Bulat Tschagajew ruinierte Xamax.
  • Der FC Wil schaffte es, sich binnen eines Jahrzehnts gleich zweimal von einem ukrainischen respektive türkischen Investor ins Verderben führen zu lassen.

Doch nicht nur rückblickend zeigt sich, wie gefährlich und omnipräsent die Verführungen sind, sich auch als Schweizer Club einem global tätigen Spekulanten an den Hals zu werfen:

  • GC wurde erst vor wenigen Wochen von chinesischen Investoren vereinnahmt und fungiert innerhalb eines globalen «Fussball-Investment-Konstrukts» fortan quasi als Farmteam für die Wolverhampton Wanderers aus England.
  • Der FC Lausanne-Sport ist derweil in die Fänge eines internationalen Chemiemultis geraten, der auch den OGC Nizza besitzt und als erste Amtshandlung das traditionelle Clublogo mit den eigenen Konzernfarben überziehen wollte.

Die Vereinnahmung von Clubs durch internationale Grosskonzerne hat im Schweizer Fussball längst Einzug gehalten - auch ohne den «Markteintritt» des geächteten Getränkekonzerns.

Für uns ist es elementar, dass dieser Kelch an unserem FCL vorbeigeht. Unser Fussballclub muss eigenständig und lokal verankert bleiben. Ein Verkauf an Spekulanten und profitgetriebene Grossinvestoren ist für uns daher ein Schreckensszenario, welches es um jeden Preis zu verhindern gilt.

Beileibe, auch die aktuellen Grossaktionäre bergen Risiken, dies hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere durch den Streit innerhalb des Gremiums offenbart. Der Reputationsschaden ist beträchtlich und stellt die - insbesondere im sportlichen Bereich - bemerkenswerten Leistungen des FCL im öffentlichen Diskurs leider viel zu oft in den Schatten.

Von daher begrüssen wir, dass im Aktionariat eine Lösung angestrebt wird. Diese lässt nun allerdings bereits wieder über sieben Monate auf sich warten, ohne dass auch nur geringste Tendenzen erkennbar wären. Gepaart mit den unklaren Auswirkungen der aktuellen Krise und einer ebenfalls in Unwissenheit gelassenen operativen Leitung führt dies dazu, dass sich viele Fans fragen: Soll man unter diesen Umständen tatsächlich seine Saisonkarte verlängern? Was, wenn noch vor Beginn der neuen Meisterschaft das Horrorszenario eintrifft und uns beispielsweise ein schwerreicher Scheich als Clubbesitzer vor die Nase gesetzt wird? Die tiefen Verkaufszahlen für die Saisonkarten 2020/21 belegen eindeutig, wie stark verunsichert das FCL-Umfeld ist!

In unseren Augen ist daher jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Fakten auf den Tisch zu legen! Wir fordern von Club und Aktionariat endlich Klarheit, an was oder wem wir uns zukünftig orientieren können: Wie geht es mit dem FCL weiter? Wer hat bei unserem Club zukünftig das Sagen? An wen - und wohin - wird der FCL verkauft?

Erst wenn die gesamte FCL-Familie Bescheid weiss, wie die zukünftigen Besitzverhältnisse aussehen werden, können der Club, das Umfeld und die Fans endlich wieder vorwärts blicken und die bevorstehenden Herkulesaufgaben zusammen und voller Überzeugung zum Wohle unseres geliebten Vereins bewältigen.

Bis dahin ist für uns klar, dass wir mit dem Kauf der Saisonkarte 20/21 noch zuwarten werden. Das empfehlen wir auch allen anderen FCL-Fans und -Sponsoren, denen die Zukunft unseres FCL am Herzen liegt.