SO MUSS FUSSBALL

Die USL setzt sich als Dachorganisation eines breiten Fanspektrums seit Jahren dafür ein, dass sich der FCL in allen Belangen zum Positiven weiterentwickelt. Diesbezüglich wird immer wieder der Austausch mit dem Verein gepflegt. Unser Ziel ist, dass der FCL mit zielgerichtetem und glaubwürdigem Handeln das Vertrauen seiner Fanbasis stärken kann. 

Die folgenden Punkte stellen einen Forderungskatalog aus Fansicht dar, der einer Entfremdung zwischen Fans und Verein entgegentreten soll. Auch wenn die Ziele hochgesteckt sind: Wir wünschen uns, dass sich die Verantwortlichen des FCL an den unten aufgelisteten Grundsätzen orientieren. Angesichts der anhaltenden Kommerzialisierung und Globalisierung des Fussballs ist es unerlässlich, die eigenen Wurzeln und Ideen zu kennen, sich selbstbewusst gegen den Einheitsbrei und vermeintliche Systemzwänge zu stemmen und eine echte Alternative vorzuleben. 

Was zählt, ist die Verbundenheit zu den Fans vor Ort im Stadion.

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgende Forderungen an den FCL:.

Vermarktung

Clubfarben 
Blau und Weiss sind unsere Clubfarben und Teil unserer Identität. Experimente - auch bei Fanartikeln - sind nicht erwünscht.

Clublogo
Auch hier gilt: Experimente sind tabu. Mit dem achteckigen Logo kann der FCL ein Alleinstellungsmerkmal sein Eigen nennen. Auch wenn alte Logos weiter zelebriert werden sollen, ist das heutige Logo fest verankert und schützenswert. Wir fordern zudem: Das Logo gehört gross und deutlich an die Stadionwand, so dass sich der Verein für alle sichtbar an seiner Heimstätte in der Stadt Luzern positioniert.

Allmend
Der Name Allmend ist geschichtsträchtig und steht für unser Zuhause. Mittel- bis langfristig wünschen wir uns, dass der Verkauf des Stadionnamens wieder rückgängig gemacht wird.

Kommunikation
Wichtig für die Glaubwürdigkeit ist eine professionelle und ehrliche Kommunikation. Wir fordern vom FCL, dass er sich für Vereins- und Fananliegen aktiv einsetzt und zu seiner Meinung steht. Versprechen und Aussagen, welche hinter den Kulissen gemacht werden, sind nur dann etwas wert, wenn diese auch nach aussen vertreten werden. Kurz: Der FCL hat Mut zur eigenen Meinung, nach innen wie nach aussen.

E-Sports
Gamen hat nichts mit Sport oder Fussball in seiner ursprünglichen Form zu tun. Entsprechend soll E-Sports nicht Bestandteil des Kerngeschäfts eines Fussballclubs sein. Wir fordern den FC Luzern auf, nicht aktiv in diesen Geschäftszweig zu investieren. 

Nachwuchs
Der eingeschlagene Weg mit konsequenter Nachwuchsförderung und dessen Einbau in die erste Mannschaft ist für uns genau richtig. Spieler aus der eigenen Jugend stärken die Verbundenheit mit den Fans und der Region im Allgemeinen. Entsprechend fordern wir, dass dieser Weg unbeirrt weitergegangen wird und dass die Nachwuchsabteilung von unnötigen Sparaktionen längerfristig verschont bleibt.

FCL Frauen
Frauenfussball soll einen Platz mit Gewicht und ehrlicher Anerkennung innerhalb des FCL-Umfelds erhalten.

Marketing 
Das blinde Abkupfern von Marketingaktionen anderer Vereine oder Ligen sollte nicht unserem Selbstverständnis entsprechen. Eigene Ideen sind gefragt!

Kommerzialisierung des Spieltags
Der Einsatz von optischer und insbesondere akustischer Werbung im Stadion ist auf eine erträgliche Menge zu beschränken.

Das Matcherlebnis soll nicht durch den hyperaktiven Einsatz von Unterhaltungs- und Marketingaktionen getrübt werden. Es gilt: Weniger ist mehr! Fans wollen nicht Kunden einer Dauerwerbesendung sein, sondern ein authentisches Spiel ihres Lieblingsvereins mit Freunden im Stadion verfolgen.

Die Atmosphäre im Stadion soll authentisch und ehrlich sein. Bespassung und Stimmungsmache über die Stadionlautsprecher in Form von Stimmungsmusik oder Aufforderungen durch den Stadionsprecher sind für uns tabu. Die Beschallung der Fankurven ist auf ein Minimum zu beschränken.

Authentisch und lokal verankert zu sein heisst für uns auch, den Mut zu haben, lokaler Musik im Stadion eine Plattform zu bieten und diese abzuspielen. Luzern ist nicht nur einfach Postkartenidylle und Touristenparadies, die Region hat auch eine aktive und kreative Musikszene, die zu einer unverwechselbaren Atmosphäre vor und nach den Spielen auf der Allmend beitragen kann.

Familiensektor
Ein Umzug des Familiensektors in den Eckbereich B4/C1 würde FCL-Fans verschiedener Generationen zusammenbringen und ist vom FCL auch unabhängig von einer möglichen Verschiebung des Gästesektors zu prüfen.

Ticketpreise

Die Preise in der Allmend sind zu hoch! Mittel- bis langfristig sehen wir eine Reduktion um 20-30% als angebracht gegenüber dem Stand von Frühling 2019. Als Grundsatz sollte gelten: kein Ticket auf der Gegentribüne kostet mehr als CHF 50.-, keines in der Kurve mehr als CHF 20 bis 25.- .

Ermässigte Tickets sind in allen Sektoren zu gewähren.

Ticketpreis im Gästeblock: max. 25/20.-, wie aktuell (2019) gehandhabt.

Die Tickets in der Heimkurve sollen jene des Gästeblocks nicht übersteigen.

Der Tageskassen-Aufschlag ist ersatzlos zu streichen. Spontane Spielbesucher sollen nicht mit höheren Preisen bestraft werden. Ebenso soll es jedem Fan selbst überlassen sein, ob er oder sie ihre Daten für den Kauf eines Tickets angeben möchte.

Stadion

Stadioncatering
Wir fordern keine Exklusivvergaben! Der FCL soll nach Möglichkeit Standplätze einzeln verkaufen und so eine Vielfalt an Angeboten ermöglichen. Nur Konkurrenz und Vielfalt sichert den Fans das bestmögliche Angebot was schliesslich als Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben werden kann.

Cash Card
Die exklusive Verwendung der Cash Card an den Essensständen ist abzuschaffen. Die Zahlung mit Bargeld oder mit gängigen bargeldlosen Zahlkarten (Maestro, Mastercard, etc.) ist ebenfalls zu ermöglichen. Nicht alle Fans sind bereit, der Migros ein zinsloses Darlehen mit Risiko auf Totalverlust zu gewähren. Ebenso hat sich die Verwendung der Cashcard in der Realität als nicht praktikabel erwiesen. Die Wartezeiten zum Aufladen sind nervtötend lange und ineffizient. Die frei werdenden Wartebereiche können für eine speditivere Bewirtung der Fans genutzt werden.

Stadionbeiz
Dem FCL fehlt eine Stadionbeiz. Damit die Fans wieder einen Treffpunkt beim oder im Stadion haben, wünschen wir uns mehr Anstrengungen vom Verein in diese Richtung. Das Stübli ist ein zu begrüssender Anfang, der jedoch auf einer Faninitiative beruht. Jetzt ist der FCL am Zug!

Stehplätze
Stehplätze sind für uns unverhandelbar! Auf Seiten der Liga muss ein Umdenken stattfinden, sodass jeweils auch auf der Gegengerade Stehplätze eingerichtet werden können. Aufgewachsen auf der alten Allmend wissen wir, dass dies viel zu einer guten Stimmung beitragen würde. Sicherheitstechnische Bedenken gegenüber Stehplatzrampen sind in der heutigen Zeit mit all den feuerpolizeilichen Auflagen unbegründet.

Eine Ausweitung des Stehplatzbereichs bis in den Sektor C2 ist vom FCL und der Liga aus obengenannten Gründen zu prüfen.

Gästesektor
Gästefans sollen wie Gäste behandelt werden. Unter anderem ist das "Good Hosting"-Konzept vollumfänglich umzusetzen. 

Ein Umzug in den Sektor D1 ist anzustreben.

Die Situation am Eingang ist zu verbessern (zusätzliche Drehkreuze, speditivere Kontrollen, etc.), so dass weniger Konfliktpotential besteht.

Eingangskontrollen durch Fanbetreuer verlaufen wesentlich deeskalierender als mit professionellen Sicherheitsleuten. Entsprechend sind diese wann immer möglich an der Front einzusetzen. 

Mittel- bis langfristig soll die Idee eines separaten Fanperrons, oder eines Perrons mit Ausgang auf der Ostseite des Bahnhofs Luzern wiederaufgenommen und umgesetzt werden. Hierbei soll der Kontakt mit der SBB geknüpft und die Umsetzung vorangetrieben werden.

Gästefans sollen echtes Bier und eine Wurst vom (Gas-)Grill konsumieren können. 

ID-Kontrollen
ID-Kontrollen sind ein Eingriff in die Freiheit der Matchbesucher und darüber hinaus kein Mittel, um Gewalttaten oder sonstige Delikte zu verhindern. Länder wie Italien, Griechenland oder Holland zeigen, dass mit dieser Massnahme weder Gewalt, Pyrotechnik, noch andere Delikte und Vorkommnisse aus dem Stadion- bzw. Fussballumfeld verbannt wurden.

Clubpolitik

Eine Machtkonzentration durch Einzelpersonen als Eigentümer bedroht die langfristige wirtschaftliche und imagemässige Gesundheit des Clubs und entspricht nicht unseren Vorstellungen eines breit und lokal verankerten Clubs.

Externe Eigentümer ohne Bezug zur Zentralschweiz entsprechen nicht unseren Vorstellungen eines lokal verankerten Clubs. Wir lehnen solche Auswüchse im Fussball vollumfänglich ab.

Eine transparente Geschäftsführung, auch hinsichtlich der verschiedenen Schwestergesellschaften der FCL-Gruppe, ist unerlässlich, um bei der Fanbasis Vertrauen zu erlangen.

Verbandspolitik

Lizenzwesen
Mittel- bis langfristig fordern wir, dass Naturrasen als Lizenzauflage für die NLA-Teilnahme eingeführt wird.

Die Lizenzauflagen für die beiden obersten Ligen sollen gelockert werden. Insbesondere die übertriebenen Anforderungen an die Stadien sind mit sofortiger Wirkung herunterzuschrauben. Es kann nicht sein, dass nicht sportliche, sondern wirtschaftliche/infrastrukturelle Kriterien über die Ligazugehörigkeit eines Vereins entscheiden. 

Videobeweis
Die bisherigen Erfahrungen haben aufgezeigt, dass der Videobeweis den Fussball weder fairer macht, noch Diskussionen eliminiert. Stattdessen werden der Spielfluss gestört und die Kosten für Vereine und Liga unnötig in die Höhe geschraubt. Geld, welches schlussendlich an anderen Baustellen wie z.B. der Professionalisierung des Schiedsrichterwesens fehlt. 

Der Videobeweis ist darüber hinaus als ein Instrument abzulehnen, welches die wichtigsten emotionalen Bestandteile eines Fussballspiels - Zufall, Glück oder Pech, Unberechenbarkeit - aushebeln will. All diese Faktoren tragen ihren Teil zur Faszination des Fussballsports bei. Der FCL muss diesen Unsinn entschieden bekämpfen.

Beim Einsatz des Videobeweises im Cup verfälscht den Wettbewerb zusätzlich, da dieser nur in den NLA-Stadien eingesetzt wird. Fairness und Gleichbehandlung geht definitiv anders! 

Spielansetzungen und Spielplan
Die Interessen der Stadionbesucher haben für den FCL oberste Priorität! Spielansetzungen (auch von Testspielen) zu unattraktiven Anspielzeiten wegen TV-Interessen sind vehement zu bekämpfen. Kurzfristige Verschiebungen wegen Konkurrenzveranstaltungen sollen der Vergangenheit angehören, da viele Fans ihre Ferienplanung nach dem FCL-Spielplan richten.

Die Spieltagstückelung mit maximal zwei Anspielzeiten soll beibehalten werden. Wünschenswert wären mehr Partien an Samstagen.

Die Anspielzeiten an Samstagen sollen weiterhin zwischen 17.00 Uhr und 19.30 Uhr angesetzt werden. Für Sonntage ist ein Zeitraum im Bereich von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr beizubehalten.

Unter der Woche sind Anspielzeiten vor 19.00 Uhr nicht zu akzeptieren. Die Fans im Stadion, nicht TV-Zuschauer, sollen erste Priorität geniessen.

Auf Ligaebene soll der Spielplan möglichst halbjährlich terminiert und rasch veröffentlicht werden. So entsteht Planungssicherheit für alle Beteiligten.

Modus 
Der Modus der 10er-Liga mit 4-5 Spielen pro Saison gegen dieselbe Mannschaft ist langweilig und schadet der Attraktivität der Liga. Mittel- bis langfristig soll sich der FCL für eine Aufstockung der Liga auf 12, 14 oder 16 Mannschaften einsetzen. Dies bringt mehr Abwechslung und ermöglicht zudem die Bildung eines „gesicherten Mittelfeldes“, welches die Funktionäre sich offensichtlich wünschen.

Einseitigkeit der Liga 
Die derzeitigen Rahmenbedingungen der SFL und UEFA sind ungerecht zugunsten der finanzstarken Clubs ausgerichtet. Mit der Champions League-Qualifikation alleine kann ein Schweizer Club Einnahmen generieren, die den sportlichen Wettbewerb auf Jahre verzerren und einen immer stärkeren Kreislauf der Dominanz durch einen oder zwei Clubs in Gang setzen. Damit die sportliche Attraktivität der Liga langfristig bewahrt bleibt, muss sich der FCL für die Einführung eines gerechten Verteilmechanismus der UEFA-Prämien an alle Clubs einsetzen.

Cup

Ein Abtausch des Heimrechts soll verboten werden.

Um den Cup wieder als Volksfest zu etablieren und attraktiver zu machen, sollen Cupspiele immer am Wochenende stattfinden. Notfalls können dafür auch Ligaspiele auf normale Wochentage geschoben werden, wie das in anderen Ligen auch der Fall ist.

Abbau der Auflagen, um den Wettbewerb für kleine Clubs wieder erschwinglich zu machen. 

Keine Exklusivität für Ticketcorner beim Ticketverkauf. Gerade für kleine Vereine kann die Abwicklung des Vorverkaufs über lokale Geschäfte lukrativ und imagefördernd sein.

UEFA/Europa

Europapokalnächte sind ein Highlight für jeden Fan! Entsprechend fordern wir vom FCL, dass die europäischen Kampagnen mit der nötigen Ernsthaftigkeit in Angriff genommen werden. Misserfolge sind immer möglich, im Vorfeld geäusserte Unlust und Beschwichtigungen sind hingegen ein Affront an die Fans, die Zeit, Geld und Ferienkontingente opfern, um den FCL überall in Europa zu begleiten.

Die zur Diskussion stehenden Reformen in den Europäischen Wettbewerben (Pyramidensystem im Europacup, noch grössere Gewichtung der Historie der Vereine bei Geldausschüttungen und Startplätzen, Einführung der Europa League 2, etc.) lehnen wir vollumfänglich ab. Wir fordern den FCL und die Liga bzw. den Verband dazu auf, mit aller Vehemenz dagegen anzukämpfen. All diese Massnahmen zielen einzig darauf ab, den Status der grossen Vereine zu zementieren und deren Einkünfte zu maximieren.

Wir fordern deshalb vom Verein und der Liga bzw. vom Verband, sich für die Interessen der kleinen Vereine und Verbände einzusetzen. Fussball findet weltweit statt, die Konzentration auf wenige, austauschbare und seelenlose Weltkonzerne ist mit aller (!) Konsequenz zu bekämpfen.

USL - För de FCL ond sini Fans